Umkehrdach des Außenbereiches Toom Baumarkt; Ulmer Str. 21; Kempten

Umkehrdach des Außenbereiches Toom Baumarkt; Ulmer Str. 21; Kempten 

Es handelt es sich um den größtenteils nicht überdachten Außenbereich im 1. OG, welcher als Umkehrdach über den Verkaufsräumen im EG des Toom Baumarktes ausgeführt wurde. Die Stahlkonstruktion der äußeren Umrandung wurde auf dem Konstruktionsbeton gedübelt, jedoch nicht gegen von oben eindringendes Wasser abgedichtet. Auf den Konstruktionsbeton als Abdichtung eine Bitumenschweißbahn aufgebracht. Beim Rückbau stellte sich heraus, dass sich dies leicht vom Konstruktionsbeton mit einem Bitumen-Voranstrich ablöste. Offensichtlich wurde die Bitumenschweißbahn nur „aufgelegt“ und nicht vollflächig verschweißt. Auf die Bitumenschweißbahn wurden XPS Wärmedämmplatten in hellblauem Farbton mit einer Dicke von 12 cm aufgelegt. Als Trennlage und Schutzschicht für die Wärmedämmplatten wurde eine PE-Folie und eine ca. 10 mm dicke Noppenbahn (siehe Abbildung 9 - oranger Pfeil) aufgelegt. Als Verkehrsbelag diente eine 20 cm dicke Betonplatte, welche zur Vermeidung von wilden Rissen durch Scheinfugen in Teilflächen (Raster ca. 2,5 x 2,5 m) unterteilt wurde. Die im Zuge der Instandsetzung freigelegten Stahlträger waren in einem insgesamt guten Zustand und zeigten nur an den Stirnflächen teilweise oberflächliche Korrosion. Die Seitenflächen der I-Profile waren zur Vermeidung von Luftkammern, in dem sich Kondensat bilden könnte, mit Wärmedämmplatten ausgefüllt.

Ziel der Instandsetzungsmaßnahmen war es die Stahlprofile unter dem Verkehrsbelag und die freigelegten Flächen des Umkehrdachs unterlaufsicher mittels Flüssigkunststoff abzudichten. Bei der Widerherstellung des Verkehrsbelages (bewehrte Betonplatte) wurde ebenfalls die hohe Punktbelastung durch die Hochregale und das Vermeiden einer Stufenbildung beim Befahren des Übergangs durch Hubwagen berücksichtigt.

Um die Unterlaufsicherheit, welche die Anforderungen an eine Abdichtung unter der Wärmedämmung bei Verkehrsflächen erfüllt, zu erreichen, war nach dem Rückbau aller Schichten eine aufwendige Untergrundvorbereitung der Metall- und Betonoberflächen erforderlich. An dem Randabschluss wurde die FLK-Abdichtung mit einer sogenannten „Krallnaht“ im Beton verankert, so dass sie sich nicht ablösen kann. Das hier eingesetzte Abdichtungssystem „Triflex JWS“ hat ebenfalls für den Anwendungsbereich „außenliegende streifenförmige, adhäsiv wirkende Abdichtung für Bewegungsfugen in Bauteilen aus Beton mit hohem Wassereindringwiderstand“ erforderlichen abPs. Im Bereich der Randaufkantung, wo die FLK-Abdichtung über den Verkehrsbelag herausragt, wurde eine maßgeschneiderte Verblechung, zur Vermeidung einer mechanischen Beschädigung während der Nutzung, angebracht.

Nach dem Wiedereinbau der Wärmedämmung wurde zur Reduzierung der Reibung zwischen der Wärmedämmung und dem Aufbeton eine diffusionsoffene Schutz-/Trennlage auf die Wärmedämmung aufgelegt. Bei entsprechender Verlegung können mehr als 95 % des Niederschlagswassers oberhalb der Wärmedämmschicht abgeleitet werden.

Durch das Aufrauen der Schnittkante und das Einkleben der kunststoffummantelten Dübel in den Altbeton wird eine Stufenbildung durch das Überfahren der Fugen zwischen Neu- und Altbestand verhindert. Durch die vom Tragwerksplaner vorgegebene 2lagige Bewehrung können die neuen Betonplatten die hohe Punktbelastung der Hochregale schadensfrei aufnehmen. Die Betonoberflächen der neuen Felder wurden, entsprechend den Bestandsflächen, maschinell geglättet. Die Zugangsbereiche zu den Verkaufsräumen wurden höhengleich betoniert, so dass der Warentransport mittels Hubwagen gewährleistet ist.

Das Scheinfugenraster der neu betonierten Felder (entlang der Bestandsplatte sowie in Querrichtung direkt über den Stahlträgern) von ca. 2,5 x 2 m entspricht aufgrund der Verhältniswerte der neuen Betonplatten von Länge zu Breite von 1,25 sowie dem 12,5fachen Wert der Länge zu Dicke den bewährten Anforderungen an die Herstellung von rissfreien Betonplatten. Für das Schließen der Scheinfugen mit Fugendichtstoff wurde ein Nachschnitt mit einer Breite von 10 mm ausgeführt. Zur Vermeidung der Drei-Flanken-Haftung wurde eine geschlossenzellige PE-Rundschnur eingedrückt und darüber der Fugendichtstoff Sikaflex PRO-3 (PUR) eingespritzt. Aufgrund der Fugenbreite von 10 mm in Kombination mit der Feldbreite von rd. 2 m ist der Fugendichtstoff in der Lage eine Verkürzung der Betonplatte bei kalter Witterung um 1,2 ‰ aufzunehmen, so dass auch bei sehr kalten Temperaturen von -20 °C die Fuge dicht bleibt.

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