Nachklärbecken, Kläranlage Höchstädt an der Donau
Das Nachklärbecken der Kläranlage wurde Anfang der 90er Jahre hergestellt. Das Becken hat einem Radius von 30 m und einem Fassungsvolumen von rd. 2630 m3. Die 30 cm dicke kreisrunde Außenwand des Nachklärbeckens wurde in Ortbetonbauweise hergestellt und durch 4 Dehnfugen in Viertelkreissegmente unterteilt. Der mit 40 Fertigteilen hergestellte Wandkopf wurde auf die Beckenwand aufgesetzt und darauf verdübelt. Der Fliesenbelag auf den Innenflächen und dem Boden der Überlaufrinne sollte den Konstruktionsbeton vor der direkten Beanspruchung durch das Abwasser schützen, so dass kein chemischer Angriff auf den Beton erfolgen kann. Im Zuge der Jahre lagen viele der Fliesen hohl bzw. hatten sich bereits stellenweise gelöst, weswegen eine Instandsetzung und Abdichtung erforderlich wurde.
Die hier beschriebenen Instandsetzungsmaßnahmen beziehen sich auf die Außen- und Innenflächen der Beckenwand, den aufgesetzten Wandkopf und den Boden der Überlaufrinne.
Die 40 Fugen am Wandkopf zwischen den Fertigteilen wurden ausgeräumt und die Fugenflanken reprofiliert. Der auf der Fläche der Innenwände und dem Boden der Überlaufrinne befindliche Fliesenbelag wurde vollständig entfernt und die 4 Dehnfugen ausgeräumt. Anschließend wurde eine vollflächige Untergrundvorbereitung mittels Hochdruckwasserstrahlen durchgeführt. Da sich nach dem Absenken des Wasserspiegels herausstellte, dass der Gefälleestrich (Dicke 30 bis 200 mm) am Boden der Überlaufrinne ebenfalls größtenteils hohl lag wurde dieser vollflächig entfernt. Nach dem Aufrauen der Bodenflächen mit Höchstdruckwasserstrahlen wurden ab einer Dicke von 60 mm ein Gefällebeton eingebaut. In dem Bereich des Einlaufs, wo die Dicke mit 30 bis 60 mm geringer war wurde ein polymervergüteter Zementmörtel eingesetzt. Im Zuge der Bodenreprofilierung wurde ebenfalls das Gefälle am Rinnenboden verbessert.
Die vier Segment-Dehnfugen wurden mit vliesarmiertem Flüssigkunststoff in der „Schlaufen-Variante“ (Triflex JWS, Variante 2 - Wandanschluss) ausgeführt.
Die OS 10 Flächenabdichtung benötigte an der Innenwand und dem Boden der Rinne keine Nutzschicht, da sie nicht mechanisch belastet wird. Auf der horizontalen, durch den Räumer befahrenen Oberfläche des Wandkopfes musste auf die OS 10 Abdichtung eine Nutzschicht im gleichen System (= OS 14 System) aufgebracht werden, so dass der mechanische Widerstand gegenüber dem Überfahren durch den Räumer gegeben ist. Versiegelung der beschichteten Flächen im Farbton „steingrau“ RAL 7030. Am äußeren Übergang des Wandkopfes (Fertigteil) zur Wand wurde über den gesamten Umfang eine Hochbaufuge ausgebildet.
Nachfolgend werden die Instandsetzungsmaßnahmen in chronologischer Reihenfolge aufgezählt:
- Abbruch des Fliesenbelages
- Ausräumen sämtlicher Fugen
- Untergrundvorbereitung an den Innenwänden (Entfernen der Kleberreste) und dem Wandkopf
- Ausbau des Gefälleestrichs am Rinnenborden (Dicke 30 bis 200 mm)
- Aufrauhen 2500 bar Rotordüse
- Einbau Gefällebeton bzw. polymervergüteter Mörtel am Rinnenborden
- Fugenabdichtung am Wandkopf aller Fugen zwischen den Fertigteilen in der „Schlaufen-Variante“ (Triflex JWS, Variante 2 - Wandanschluss)
- Durchgehende OS 10 Flächenabdichtung mit Flüssigkunststoff des Wandkopfes, der Wandinnenflächen und des Rinnenbodens
- Ausgleichsspachtelung Wandinnenflächen zur „Überdeckung“ der Vliesübergänge
- Auftrag der Nutzschicht OS 14 mit feiner Absandung auf der Räumerlaufbahn
- Auftrag der Versiegelung im Farbton steingrau RAL 7030 auf allen beschichteten Flächen
- Ausbildung der Hochbaufuge am äußeren Anschluss des Wandkopfes (ca. 100 m)




