Lkw-Entladestelle für Chemikalien
Die Gruben der Lkw-Entladestelle für Chemikalien (Gesamtlänge/Breite/Tiefe ca. 30/4,6/0,7 m) werden mit 10 befahrbaren Stahlbetondeckeln abgedeckt. Die Stahlbetondeckel mit einer Edelstahleinfassung weisen auf der Verkehrsoberfläche ein Gefälle ca. 2,6 % hin zu den mittigen Edelstahl-Ablaufgitterrosten auf, so dass die eventuell auslaufenden Flüssigkeiten sicher in die Gruben abfließen.
Sowohl in den Gruben als auch auf den Verkehrsoberflächen der Stahlbetondeckel waren nach über zwei Jahrzehnten (BJ 1999) intensiver Nutzung Betonschäden wie Risse, Abplatzungen und stellenweise bereits freiliegende Bewehrung erkennbar.
In den Gruben
Die Instandsetzungsmaßnahmen an den Auflagerflächen der Deckel, den Wand- bzw. Stützensockeln und den angrenzenden Bodenbereichen erfolgte nach dem Verfahren 7.2 der TR IH „Ersatz des chloridbelasteten Betons“.
Mittels HDWS-Handlanze (Druck 2500 bar) wurde der Beton abgetragen und teilweise die Bewehrung lokal freigelegt. Dadurch entsteht eine raue Betonoberfläche (Rautiefe > 3 mm), so dass der adhäsive Verbund zwischen Bestands- und Vergussbeton sichergestellt ist. Die Reprofilierung der Fläche mit einer Schichtdicke von bis 60 mm (je nach Schwankungsbreite Betonabtrag) erfolgte mit Vergussbeton C35/45 (Größtkorn 8 mm).
Da in der Fläche des Bodens kein Betonabtrag erforderlich war, wurde hier das Verfahren 8.3 der TR IH „Beschichtung zur Erhöhung des elektrischen Widerstandes“ umgesetzt. Da der Chloridgehalt auf Höhe der Bewehrung unter 0,5 M.-% bez. a. Z. lag, werden die Anforderungen an dieses Verfahren gemäß TR IH (Cl-Gehalt an der Bewehrung < 1 M.-% bez. a. Z) erfüllt. Demzufolge wurde nach der Betoninstandsetzung der Stahlbetonbauteile in den Gruben zum Schutz vor dem Eindringen von chemischen Substanzen bzw. Chloriden nach der Untergrundvorbereitung eine rissüberbrückende WHG-Beschichtung (StoPox WHG Grund/Deck 100) aufgetragen und an den vertikalen Seitenflächen der Stützen/Wände bis auf Höhe der Unterzüge (40 cm über Boden) hochgezogen (inkl. starre Hohlkehle am Boden/Wand-Übergang).
Die rissüberbrückende WHG-Beschichtung StoPox WHG Grund/Deck 100 weist eine glatte, glänzende Oberfläche auf und eignet sich für folgende Einsatzbereiche:
- Lagerung von wassergefährdenden Flüssigkeiten
- Glatte Böden in Industriehallen, Lagern und Auffangwannen
- Abdichtung der Bodenfläche gemäß WHG § 62 in LAU- und HBV-Anlagen
Stahlbetondeckel
Für die Instandsetzung wurden die Deckel (Abmessungen L/B/D = ca. 3,0 x 4,4 x 0,3 m; Gewicht ca. 8,6 to) mittels Schwerlast-Teleskopstapler ausgebaut und im Freigelände instandgesetzt.
Im ersten Schritt wurden die Deckel umgekehrt gelagert, so dass die Unterseite waagrecht am Boden bearbeitet werden konnte. Mittels HDWS-Abtragsrahmen wurde der Beton bis auf den gesunden Kernbeton abgetragen und gleichzeitig die freigelegte Bewehrung bis auf den Reinheitsgrad SA 2,5 entrostet. Die abgetragenen Betonbereiche wurden mit einem Transportbeton der Festigkeitsklasse C45/55 reprofiliert und zur Nachbehandlung der frischen Betonoberflächen mit Folie abgedeckt sowie aufgrund der kalten Witterung eine 5 cm dicke Dämmung aufgelegt.
Nach der Aushärtung wurden die Deckel im Freigelände gewendet und auf ihrer Unterseite gelagert, so dass die Verkehrsoberflächen bearbeitet werden konnten. Die kleinen Schadstellen und flächigen Abplatzungen wurden mittels HDWS großzügig zu entfernt (lokale Abtragstiefe: 15 bis 30 mm). Zur Reprofilierung der Schadstellen wurde ein Betonersatzmörtel (SikaEmaco T 1100 TIX, Mindestschichtdicke 10 mm) verwendet. Im Anschluss wurden die Verkehrsoberflächen im Freigelände zur Untergrundvorbehandlung vollflächig mittels HDWS-Handlanze (4strahlige Rotordüse) aufgeraut. Nach dem Einheben der Deckel wurden die Verkehrsoberflächen in der Halle mit einer starren EP Industriebodenbeschichtung StoPox KU 601 beschichtet, abgesandet und anschließend versiegelt.
Nachfolgend werden die unter laufendem Betrieb (in 2 identischen Bauabschnitten a 5 Gruben) durchgeführten Instandsetzungsmaßnahmen in chronologischer Reihenfolge aufgezählt:
- Lokaler HDWS-Betonabtrag in Bereich der korrodierten Ankerhülsen und anschließende Einbau von neuen V4A-Ankerhülsen mit Vergussbeton C35/45,
- Abheben, Transportieren der rund 8,6 to schweren Deckel mit einem Schwerlast Teleskoplader Manitou in das Freigelände und anschließendes Wenden, so dass die Deckelunterseite oben lag,
- Flächiger Betonabtrag an den Deckelunterseiten (im Mittel ca. 5 cm) mittels HDWS-Abtragsrahmen,
- Seitliches Abschalen und Reprofilierung der Deckelunterseiten mit Transportbeton der Festigkeitsklasse C45/55,
- Parallel zu der Bearbeitung der Deckel im Freigelände erfolgte die Betoninstandsetzung der Gruben (Betonabtrag mittels HDWS-Handlanze, Reprofilierung mit Vergussbeton C35/45),
- Untergrundvorbereitung in den Gruben mittels Schleifen,
- Applikation der WHG-Beschichtung (StoPox WHG Grund/Deck 100, inkl. Hohlkehlen) in den Gruben,
- Wenden der Deckel im Freigelände und anschließende Bearbeitung der Schadstellen an den Deckeloberseiten,
- Vollflächiges Aufrauen der Deckeloberseiten mittels HDWS-Handlanze (4strahlige Rotordüse) im Freigelände,
- Transport und Einheben der Deckel in die Gruben mittels Manitou,
- Ausspachteln der Unebenheiten und anschließendes Aufbringen einer EP Industriebodenbeschichtung StoPox KU 601 R13 (Abstreukorn 0,7/1,2 mm)auf die Oberseiten der Deckel.




