Tiefgarage August-Böhm Str. 3-5, Schrobenhausen
Bei diesem Bauvorhaben handelt es sich um eine teilweise überbaute 1-stöckige Tiefgarage mit 12 PKW-Stellplätzen und einer Gesamtgröße von 550 m2 (Abmessungen ca. 12 x 42 m) aus den 90er Jahren. An den Sockeln der aufgehenden Bauteile sowie in der WU-Betonbodenplatte wurden stellenweise hohe und stark über das kritische Maß von 0,5 M.-% bez. a. d. Z. hinausgehende Chloridkonzentrationen festgestellt. An den genannten Bauteilen waren bereits Schäden aufgrund chloridinduzierter Bewehrungskorrosion erkennbar.
Der Abtrag des chloridkontaminierten Betons erfolgte nach dem Verfahren 7.2 der TR-IH. Während für den Betonabtrag bei den Sockeln eine HDWS-Handlanze eingesetzt wurde, geschah dies am Boden mittels HDWS-Kleinroboter. Zur Reprofilierung der Bauteile wurde Verguss- bzw. Normalbeton verwendet.
Das Bodengefälle wurde unter Beachtung der bestehenden Zwangspunkte verbessert und der Wasserabfluss durch eine neue Verdunstungsrinne entlang der Fahrgasse mit Anschluss an die Schöpfgruben optimiert. In den Bereichen mit einer Aufbetondicke > 60 mm (Bereich der Parkplätze) wurde durch die flächige Zusatzbewehrung (Mattenbewehrung zur Minimierung der Rissbreite bei dickeren Aufbetonschichten) ebenfalls die WU-Bodenplatte konstruktiv verstärkt.
Die Dauerhaftigkeit der Betonbauteile wurde durch das Applizieren von bauteilspezifischen Oberflächenschutzsystemen sichergestellt. Alle Sockel der aufgehenden Bauteile wurden mit einer Hohlkehle mit Beschichtungshochzug (einheitlich auf 50 cm über FFB in OS 5b) versehen. Die Bodenflächen in der Tiefgarage wurden nach dem Kugelstrahlen mittels rissüberbrückender OS 11b Beschichtung vor neuerlichem Chlorideintrag geschützt. Im Rinnenbereich und auf der Rampe wurde aufgrund der hohen mechanischen Beanspruchung eine mechanisch hoch belastbare, rissüberbrückende OS 14 – Beschichtung (vliesarmierte PMMA) appliziert.
Bei der Instandsetzung wurden zusammenfassend folgende, wesentliche Maßnahmen durchgeführt:
- Einbau der Hilfsabstützung nach Angaben des Tragwerksplaners
- Abtrag des chloridbelasteten Betons an den Stützen und Wänden im Pilgerschrittverfahren mittels HDWS-Handlanze
- Reprofilierung der Stützen und Wände mit Vergussbeton
- Vollflächiger Betonabtrag mittels HDWS-Kleinroboter am Boden (TG und Rampe)
- Zulage Mattenbewehrung in Bereichen mit einer Aufbetondicke > 60 mm
- Reprofilierung der Bodenfläche mit Normalbeton bei Verbesserung der Gefällesituation und Ausbildung einer Verdunstungsrinne
- OS 14 Beschichtung (vliesarmiertes PMMA) im Bereich der Verdunstungsrinne und vollflächig auf der Rampe
- OS 11b Beschichtung auf der Bodenfläche der Tiefgarage
- Sockelschutz bei Stützen und Wänden (EP Dreieckskehlen und OS 5b Beschichtung)
- OS 2 Oberflächenschutz oberhalb der Sockel und Deckenflächen
- Markierungsarbeiten am Boden und Nummerierungen an Wandflächen




