Abdichtung der Dehnfuge beim Übergang vom Bestand zum Erweiterungsbau

Abdichtung der Dehnfuge beim Übergang vom Bestand zum Erweiterungsbau

Nach der Erstellung des Erweiterungsbaus wurden über einen Zeitraum von über einem Jahr aus der Fuge (zwischen den Bodenplatten im 2. UG) zwischen dem Bestand und dem Erweiterungsbau mittels fest installierter Pumpe kontinuierlich pro Tag mehrere hundert Liter Wasser abgepumpt. Nur so konnte ein „Volllaufen“ der im 2. UG befindlichen Lagerräume vermieden werden. Vor Beginn der Abdichtungsarbeiten wurde neben der Durchgangstüre durch die Bodenplatte gebohrt und ein Grundwasserpegelmesser eingebaut. Die Messung ergab einen Grundwasserstand von 90 cm über Boden im 2. UG. Bei Abschalten der Pumpe stieg das Wasser in der Dehnfuge linearer um ca. 10 cm/Std. an.

Für eine dauerhafte Abdichtung sollte direkt unterhalb der Dehnfuge der Boden „vergelt“ werden und anschließend links und rechts zwischen den Betonwänden der beiden Gebäudeteile ein vertikales „Gelschott“ bis auf 2 m über Boden hochgezogen werden, so dass dieses selbst bei höherem Grundwasserstand nicht überströmt wird.

Im ersten Schritt wurde über eine Länge von ca. 6 m die Dehnfuge unter der Bodenplatte vergelt. Dafür wurden in die Packer (Packerabstand 20 cm) von links nach rechts mit einem Injektionsdruck von 25 bar jeweils 3 bis 4 l Acrylatgel injiziert. Über die Zugabemenge der Komponente B wurde eine Reaktionszeit des Acrylatgels von 60 sec. eingestellt (Beginn Gelieren und Wärmeentwicklung nach 45 sec.).

Im zweiten Schritt wurden ebenfalls die Packer der vertikalen Schotte an der Wand injiziert. Die beiden Packer in den Ecken wurden mit der doppelten Menge (6 l) injiziert, um einen dichten Anschluss zur Bodenabdichtung zu erreichen. Direkt danach fand von unten nach oben eine Nachinjektion mit einem Gegendruck von ca. 50 bar statt.

Anschließend wurde geprüft ob ein als Sekundärabdichtung verbauter Injektionsschlauch befüllt war. Bei der Prüfung mit Druckluft stellte sich heraus, dass der Schlauch unverpresst war und am zweiten Stutzen trat abgestandenes Wasser (übler Geruch) aus. Daraufhin wurde der Injektionsschlauch mit einem niedrigviskosen Polyurethan MC-Injekt 2300 top verpresst. Das Nachverpressen erfolgte mit dem Polyurethan MC-Injekt 2133 flex, welches hochelastisch ist.

Da trotz der beschriebenen Maßnahmen der Abdichtungserfolg ausblieb, erfolgte bei den vertikalen Schotten auf Höhe des Boden-Wand Anschlusses eine Nachinjektion mit einer großen Menge Acrylatgel (ca. 18 l). Nach der ersten Nachinjektion auf der rechten Seite verfärbte sich das in der Fuge bei der Tür stehende Wasser milchig, was darauf schließen ließ, dass das Acrylatgel bis hierher injiziert wurde und sich mit dem Wasser vermischt hatte. Daraufhin wurde an dieser Stelle ein zweites Mal mit schnell eingestellten Acrylatgel (Reaktionszeit ca. 5 sec.) nachinjiziert.

Am nächsten Morgen konnte der Abdichtungserfolg festgestellt und dokumentiert werden (kein Pumpvolumen über Nacht, kein Ansteigen des Wasserstandes in der Fuge nach Abschalten der Pumpe). Da das ausgehärtete Acrylatgel bei Wasserlagerung noch weiter quillt (nach Herstellerangaben Quellmaß ca. 40 %) wurden durch diesen Effekt alle Undichtigkeiten über Nacht abgedichtet.

Nachfolgend werden die Abdichtungsmaßnahmen in chronologischer Reihenfolge aufgezählt:

  • Setzen eines Grundwasserpegelmesser (GW-Stand 90 cm über Boden)
  • Setzen der Packer von der Seite des Neubaus am Boden und vertikal an den Wänden bis in eine Höhe von 2 m über Boden
  • Schleierinjektion der Dehnfuge unter der Bodenplatte (je Packer 20-25 Hübe a 150 ml Acrylatgel MC-Injekt GL-95 TX, Reaktionszeit 60 sec.)
  • Injektion der Packer bei den vertikalen Schotten an der Wand mit der gleichen Menge Acrylatgel
  • Injektion der beiden Packer an den Ecken (Übergang Boden/Wand) mit der doppelten Menge Acrylatgel (40 Hübe a 150 ml)
  • Verpressen des als Sekundärabdichtung verbauten Injektionsschlauches mit Polyurethan (niedrigviskosen PUR MC-Injekt 2300 top und nachverperessen mit dem PUR MC-Injekt 2133 flex)
  • Injektion einer großen Menge Acrylatgel (18 l) bei den vertikalen Schotten auf Höhe des Boden-Wand Anschlusses und Nachinjektion mit sehr schnell eingestellten Acrylatgel (Reaktionszeit nur 5 sec.)
  • Abbruch der Packerstutzen und Verschluss der Löcher

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