Tiefgarage Theresia-Gerhardinger-Str. 13 u. 15, Ismaning
Bei der teilweise überbauten Tiefgarage (Baujahr 2010) mit insgesamt 22 PKW-Stellplätzen wurde die WU-Bodenplatte (ca. 600 m2) vollflächig mit einem starren OS 8 Oberflächenschutzsystem (gemäß Variante B1 des DBV Merkblattes) beschichtet. Es handelt sich um eine WU-Bodenplatte die zumindest temporär durch Grundwasserdruck belastet wird.
Die Deckenlasten werden über die Wände und Stützen in die Streifen- und Einzelfundamente unterhalb der Bodenplatte eingeleitet. Die Behinderung der Plattenverformungen durch die Einzelfundamente der Stützen führte bereits nach wenigen Winterperioden zu Trennrissen infolge „spätem Zwang“.
Da im Zuge der über 10-jährigen Nutzung keine Rissbehandlung erfolgte, haben wir 2024 aus zehn Rissen mit typischen Rissweiten von 0,30 bis 0,35 mm tiefengestaffelte Bohrmehlproben (0/20; 20/40 und 40/60 mm) entnommen. Wie erwartet, lagen die Chloridgehalte der Bohrmehlproben auf Höhe der Bewehrung mit ≥ 1,5 M.-% deutlich über dem Schwellenwert für den kritischen korrosionsauslösenden Chloridgehalt von 0,5 M.-%.
Die zerstörungsfreie Messung der Betonüberdeckung mittels Profometer zeigte, dass nur in den Tiefpunktlinien am Rande der Verdunstungsrinnen die Betondeckung durchgängig unter der erforderlichen Mindestbetonüberdeckung von 40 mm liegt.
Das für diese Tiefgarage ausgearbeitete Instandsetzunsgkonzept zielte auf die Rissinstandsetzung nach dem Verfahren 7.2 der TR IH „Ersatz von chloridhaltigem Beton“, die Erhöhung der Betonüberdeckung in den Tiefpunktlinien durch Auffüllen der Rinnenmulden (Tiefe 25 mm) mit einem geeigneten Betonersatz und das vollflächige Aufbringen einer rissüberbrückenden Beschichtung (gemäß Variante B2 des DBV Merkblattes) ab.
Durch das Auffüllen der Rinnenmulden werden in den Tiefpunktlinien deutlich breitere Pfützen (größer als die Schrittbreite) entstehen. Als Gegenmaßnahme wurden die beiden Schöpfgruben am Ende der ehemaligen Rinnen vergrößert, so dass Ansaugpumpen reingestellt werden können. Mit Hilfe der Pumpen kann der Hausmeister bei hohem Wasseranfall das Wasser über die nahegelegenen Lichtschächte zügig rauspumpen.
Die vollflächige Beschichtung des Bodens (inkl. der Pumpenschächte) mit der mechanisch widerstandsfähigen, rissüberbrückenden OS 14 (vliesarmierte PMMA-Beschichtung) soll die Gefahr einer lokalen Schädigung minimieren. Eventuell im Zuge der Nutzung auftretende lokale Beschädigungen der Nutzschicht lassen sich schnell überarbeiten und sind binnen weniger Stunden wieder überfahrbar.
Die Sockelbereiche der Wände an den Stirnflächen der Parkplätze werden nicht durch Spritzwasser beaufschlagt, so dass die Sockel nur bis in eine Höhe von 15 cm über Boden durch ein chloriddichtes Oberflächenschutzsystem zu schützen sind. Dagegen werden die Wände in den Fahrgassen durch Spritzwasser belastet, so dass hier das OS-System bis in eine Höhe von 50 cm über Boden appliziert werden muss.
Bei der Instandsetzung (Gesamtdauer 10 Wochen) wurden zusammenfassend folgende, wesentliche Maßnahmen durchgeführt:
- Abtrag des chloridbelasteten Betons in den Rissbereichen (Gesamtrisslängen 155 m, Streifenbreite ca. 20 cm, Tiefe 10 cm) mittels HDWS-Handlanze
- Reprofilierung der Rinnenbereiche mit Normalbeton ((C30/37, XC3, XD1, WF, Größtkorn 8 mm)
- Untergrundvorbereitung und Auffüllen der bis 25 mm tiefen Rinnenmulden mit einem geeigneten Betonersatz (Größtkorn ≤ 4 mm; ≥ C30/37; XD1, XC3, WF, XF1)
- Planschleifen der reprofilierten Rissbereiche und aufgefüllten Rinnenbereiche
- Untergrundvorbereitung der Bodenfläche mittels Kugelstrahlen
- Aufbringen einer zweilagigen Grundierung (Sperrgrundierung zur Vermeidung einer rückwertige Feuchtebelastung der hwO)
- Vollflächige mechanisch widerstandsfähige, rissüberbrückende OS 14 Beschichtung (vliesarmiertes PMMA) am Boden
- Sockelschutz OS 10 bei Stützen und Wänden (vliesarmiertes PMMA inkl. Dreieckskehlen)
- OS 2 Oberflächenschutz oberhalb der Sockel und Deckenflächen
- Markierungsarbeiten am Boden und Nummerierungen an Wandflächen




