Betonfahrbahn mit Dehnfugen unter temporärer Grundwasserbeanspruchung

Betonfahrbahn mit Dehnfugen unter temporärer Grundwasserbeanspruchung

Die durchgeführten Instandsetzungsmaßnahmen beziehen sich auf eine Betonfahrbahn mit Dehnfugen (Abstände zwischen 9 und 18 m) auf dem einem Werksgelände. Im Bereich der Unterführung liegt die Betonplatte der Fahrbahn im Grundwasser und ist somit als WU-Bauteil ausgeführt (Betonplattendicke 30 bzw. 40 cm an der Sohle, mittig eingebautes Dehnfugenband Typ FM 350 mit Dichtteil 85 mm; Breite 350 mm). Je nach Stand des Grundwasserspiegels beträgt der anstehende Wasserdruck 2 bis max. 3,3 m WS. 

Im Zuge einer vorangegangenen Instandsetzung in 2015 wurde zum Schutz der Bewehrung vollflächig ein KKS System (Titangitter; 3 cm dicke Mörtelüberdeckung; mit aufgebrachtem Besenstrich) installiert. Die Funktionstüchtigkeit des KKS-Systems wird kontinuierlich überwacht und jährlich ein Audit erstellt. Mittels wasserdichten, überfahrbaren Migua-Dehnfugenprofilen wurde das Eindringen von chloridhaltigem Wasser von oben verhindert. 

Nach weniger als 10 Jahren und starker mechanischer Beanspruchung durch den LKW-und Staplerverkehr (ca. 1000 to/d, Stapler und Schwerlastanhänger mit Vollgummireifen mit einer Traglast von 20 to) wiesen die Migua Fugenprofile Beschädigungen und der Einbettmörtel Risse an der Oberfläche auf. Bei hohem Grundwasserstand wurde das mittig eingebaute Dehnfugenband umströmt und es trat bei den Rissen im Einbettmörtel Wasser von unten auf der Verkehrsoberfläche aus.

 

Bei dieser Instandsetzung/Abdichtung wurde im ersten Schritt die Migua-Dehnfugenprofile ausgebaut, der gerissene Einbettmörtel abgebrochen und die Abdichtung der WU-Konstruktion unterhalb der Dehnfugenbänder mittels einer Hohlrauminjektion mit Acrylatgel durchgeführt. Anschließend wurde nach der Untergrundvorbereitung mittels Hochdruckwasserstrahlen der Plattenquerschnitt mit einem schwindarmen, hochfesten Mörtel reprofiliert und ein Besenstrich gemäß Bestand aufgebracht. 

Im zweiten Schritt wurde der Querschnitt entsprechend den Anforderungen an die Ausbildung einer Ulbrichfuge (Breite 36 cm) eingefräst und das Ulbrich-Fugenmaterial (PMMA) eingebaut und nachbearbeitet. Da der Einbau der neun Ulbrichfugen (Länge jeweils 7 m, Breite 35 cm) über beide Fahrbahnen in einem Arbeitsgang erfolgen musste, konnte dies nur an den Wochenenden (insgesamt an 3 WE) ohne Werksverkehr erfolgen.  

In chronologischer Reihenfolge wurden folgende Maßnahmen durchgeführt:

  • Einseitige Sperrung der Fahrbahn mit Ampelanlage
  • Ausbau der Dehnfugenprofile und des Einbettmörtels
  • Abdichtung unterhalb des Dehnfugenbandes mittels Hohlinjektion mit Acrylatgel (Hinterschleierung der Fahrbahnplatte im Bereich der Fugen)
  • Untergrundvorbereitung mittels Hochdruckwasserstrahlen
  • Reprofilierung des Ausbruchquerschnittes mit schwindarmem, hochfestem Mörtel (Besenstrich gemäß Bestand)
  • Nachschnitt und Ausräumen der Fuge (Breite 20 mm, Tiefe ca. 12 cm)
  • Instandsetzung der mittigen Längsscheinfuge (Fugenbreite 8 mm) zwischen den Fahrbahnen
  • Einfräsen und Einbau der Ulbrichfugen durch ein lizensiertes Unternehmen

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